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Neue Broschüre: Ernährung im digitalen Zeitalter

Soziale Medien und digitale Werbung prägen das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen. Essensentscheidungen werden nicht allein durch Hunger oder Bedarf getroffen, sondern auch von  Social Media beeinflusst. 

Die Broschüre gibt Tipps für Eltern und Pädagoginnen und Pädagogen im Alltag.

Sie wurde im Rahmen der Initiative „Kinder essen gesund“ in Kooperation mit der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) erstellt.

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Johannes Pleiner-Duxneuner, Geschäftsführer der AGES; Klaus Ropin, Leiter des Fonds Gesundes Österreich
© L. Fohn/ AGES
v.l.n.r. Johannes Pleiner-Duxneuner, Geschäftsführer der AGES; Klaus Ropin, Leiter des Fonds Gesundes Österreich

 

Lebensmittelwerbung und Influencer:innen im Alltag

Kinder und Jugendliche begegnen Lebensmittelwerbung täglich: auf Social-Media-Plattformen, Gaming-Plattformen und sogar in Kinderkanälen (z. B. YouTube Kids). Oft ist diese Werbung nicht klar als solche erkennbar und in Unterhaltung eingebettet.

  • Rund ein Viertel der Beiträge auf TikTok, YouTube und Instagram bewerben Lebensmittel und Getränke.
  • Nur etwa 3 Prozent der beworbenen Lebensmittel sind als Werbung gekennzeichnet.

Besonders häufig beworben werden Süßigkeiten, salzige Snacks, süße Getränke, Energydrinks oder Fast Food.

Eine wichtige Rolle spielen Influencer:innen. Sie präsentieren Produkte als Teil ihrer Inhalte, und Kinder und Jugendliche vertrauen ihnen oft aufgrund ihrer hohen Bekanntheit. Dadurch wirken „Empfehlungen“ besonders glaubwürdig, auch wenn es sich um Werbung handelt.

Digitale Werbung beeinflusst Essverhalten

Digitale Werbung wirkt sich direkt auf das Essverhalten aus.

"Wir wissen, dass das bloße Betrachten von Bildern von ungesunden Lebensmitteln das Belohnungszentrum im Gehirn bei Kindern aktiviert und das dazu führt, dass Kinder verstärkt nach diesen Lebensmitteln nachfragen.“  - Klaus Ropin, Leiter des Fonds Gesundes Österreich, im Interview mit dem ORF

Kinder nehmen nach dem Kontakt mit Werbung in sozialen Medien 32 Prozent mehr Kalorien zu sich.
Diese Effekte der digitalen Werbung prägen Geschmacksvorlieben, Kaufwünsche und Ernährungsgewohnheiten bereits in jungen Jahren.

Auswirkungen auf Gesundheit und Übergewicht

Zudem zeigt digitale Werbung überwiegend ungesunde Produkte und beeinflusst so, was Kinder als „normal“ beim Essen empfinden. Auch die Dauer der Mediennutzung spielt dabei eine wichtige Rolle:

  • Bereits 2 Stunden tägliche Medienzeit erhöhen das Risiko für Übergewicht.
  • Bei Kindern unter 10 Jahren steigt dieses Risiko bereits ab 60 Minuten Medienzeit pro Tag.

 

Medienkompetenz als Schlüssel

Kinder und Jugendliche können Werbung oft nicht eindeutig erkennen oder deren Wirkung richtig einschätzen.
Die neue Broschüre zeigt, wie wichtig es ist, Medienkompetenz früh zu fördern, etwa durch das gemeinsame Reflektieren von Inhalten, das Erkennen von Werbung und einen bewussten Umgang mit digitalen Medien. Weitere praktische Tipps sind in der Broschüre zusammengefasst.
 

Broschüre als PDF herunterladen!

 

Medienberichte

ZIB 13:00, 20.4.2026

Ö1 Morgenjournal, 7 Uhr, 20.4.2026

Ö3 Nachrichten, 6 Uhr, 20.4.2026

Radio Wien, Nachrichten 11 Uhr, 20.4.2026

© Paolaulloa002 /  AdobeStock

Person hält einen Gamecontroller über Schalen mit Snacks